Corona-Tests im Vergleich: Von PCR bis Selbsttest – Arten, Zuverlässigkeit und Anwendung

Testarten im Überblick: PCR, Antigen und Antikörper

Die Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion erfolgt durch verschiedene Testverfahren, die sich in Methode, Geschwindigkeit und Aussagekraft unterscheiden. Während PCR-Tests als molekularer Goldstandard gelten, bieten Antigen-Schnelltests Ergebnisse in Minuten und Antikörpertests Einblicke in vergangene Infektionen.

PCR-Test und NAATs: Der zuverlässige Goldstandard

Der PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) verwendet ein biochemisches Verfahren, um die RNA des Virus zu vervielfältigen und sichtbar zu machen. Das Robert Koch-Institut und die CDC bezeichnen Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAATs), zu denen die PCR gehört, als Goldstandard. Die Sensitivität und Spezifität liegen bei nahezu 100 Prozent, vorausgesetzt die Probenentnahme wurde sachgemäß durchgeführt.

Die Auswertung erfolgt im Labor und ist normalerweise nach 24 bis 48 Stunden verfügbar, in dringenden Fällen auch früher. Ein positiver PCR-Test kann bei manchen Personen bis zu 90 Tage lang anhalten, selbst wenn keine aktive Infektion mehr vorliegt. Der CT-Wert (Zyklus-Schwellenwert) gibt dabei einen Hinweis auf die Viruslast: Je höher der Wert, desto geringer die Konzentration des Erbguts in der Probe.

Antigen-Schnelltests: Schnelligkeit im Alltag

Antigen-Tests, häufig als Schnelltests bezeichnet, weisen Virus-Eiweiße (Antigene) in Nasen- oder Rachenabstrichen nach. Das Ergebnis liegt nach 15 bis 30 Minuten vor. Positive Ergebnisse sind in der Regel akkurat, jedoch sind Antigen-Tests laut CDC weniger empfindlich als NAATs und können Infektionen insbesondere bei asymptomatischen Verläufen übersehen. Die FDA empfiehlt daher bei negativem Antigen-Test eine Wiederholung: zwei Tests bei Symptomen oder drei Tests ohne Symptome im Abstand von 48 Stunden.

Seit Frühjahr 2022 müssen Hersteller ihre Tests von unabhängigen Referenzlaboren prüfen lassen, da bisherige CE-Kennzeichnungen teils auf Eigenzertifizierung beruhten.

Antikörpertests: Nachweis vergangener Infektionen

Antikörpertests sind kein direkter Nachweis einer aktiven Infektion, sondern zeigen, ob das Immunsystem bereits Kontakt mit dem Virus hatte. Sie eignen sich nicht zur Feststellung von Immunität oder Ansteckungsfähigkeit, da bisher keine festgelegten Standards existieren, ab welchem Antikörpertiter ein ausreichender Schutz vor schweren Verläufen gegeben ist.

Zuverlässigkeit und Qualitätsunterschiede bei Schnelltests

Das Paul-Ehrlich-Institut evaluierte 246 in Deutschland erhältliche Antigen-Schnelltests. Dabei wurden 47 Tests als völlig untauglich eingestuft, während 46 Tests eine Sensitivität von unter 75 Prozent aufwiesen und somit mindestens jede vierte Probe mit hoher Viruslast fälschlich als negativ einstuften. Nur etwa 30 Modelle sind überhaupt in der Lage, niedrige Virenlasten zu erkennen.

Die Testsieger zeichnen sich durch hohe Sensitivität aus: Der „Longsee 2019-nCoV Ag Rapid Detection Kit“ erkannte selbst niedrige Viruslasten in jeder Probe und erreichte eine Gesamt-Sensitivität von 100 Prozent. Der weit verbreitete Hotgen-Test erkannte 100 Prozent der Proben mit hoher Viruslast, bei mittleren Konzentrationen lag die Zuverlässigkeit bei 47,8 Prozent.

Bezüglich der Omikron-Variante zeigte eine Stichprobe des PEI, dass die geprüften Tests Omikron etwa gleich gut erkennen wie Delta, da sie meist auf das N-Protein des Virus ausgerichtet sind. Allerdings deuten Studien darauf hin, dass Omikron zunächst vorwiegend im Rachen und Hals repliziert, weshalb Speicheltests zu Beginn der Infektion zuverlässiger sein könnten als rein nasale Abstriche.

Richtiges Testen und Interpretation der Ergebnisse

Zeitpunkt und Probenqualität

Nach einer Ansteckung vergehen etwa zwei Tage Inkubationszeit, bis das Virus mittels PCR nachweisbar ist. Anschließend ist es circa 10 Tage lang nachweisbar. Wer zu früh oder zu spät testet, riskiert ein falsch-negatives Ergebnis. Die Qualität der Abstrichentnahme ist entscheidend: Der Abstrich muss an der richtigen Stelle im Rachen mit sterilen Utensilien entnommen werden.

Durchführung und Lesen von Selbsttests

Bei Selbsttests für Laien wird ein Abstrichtupfer circa 1,5 bis 2 cm in die Nasenhöhle eingeführt, an der Naseninnenwand gedreht und in ein Extraktionsröhrchen mit Testlösung gegeben. Nach dem Auftragen der Lösung auf die Testkarte und einer Wartezeit von etwa 15 Minuten lässt sich das Ergebnis ablesen:

  • Positiv: Zwei Striche im Kontrollbereich (C) und Testbereich (T), unabhängig von der Intensität
  • Negativ: Nur ein Strich im Kontrollbereich (C)
  • Ungültig: Keine Linie oder nur ein Strich im Testbereich (T)

Bei geringer Viruslast können Schnelltests falsch-negativ ausfallen, selbst wenn eine Infektion vorliegt.

Aussagekraft des CT-Werts

Der CT-Wert bei PCR-Tests gibt Hinweise auf die Menge der vorhandenen Viren-Erbgut-Kopien. Ein niedriger Wert bedeutet hohe Viruslast, ein hoher Wert geringe Last. Allerdings kann ein PCR-Test keine Aussage darüber treffen, ob eine Person tatsächlich infektiös ist, da er auch kleinste nicht-replikationsfähige Virusfragmente erkennt.

Was bei positivem Ergebnis zu tun ist

Zeigt ein Selbsttest oder Antigen-Schnelltest ein positives Ergebnis, sollte dies durch einen PCR-Test bestätigt werden. Bei Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen oder Husten ist die Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt dringend empfohlen. Bis zur Bestätigung oder bei positivem Ergebnis sollte sich die Person isolieren und enge Kontaktpersonen informieren.

Die Kosten für einen PCR-Test variieren: Am Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich kostet ein PCR-Test 140 CHF. In der Schweiz werden seit dem 1. September 2023 keine COVID-19-Zertifikate mehr ausgestellt.